SoLawis ist es zumeist auch wichtig, gesunde Ökosysteme zu fördern, wozu auch ein gesunder Boden gehört. Ihn erkennt man daran, dass er einen guten Lebensraum für alle Arten darstellt, die in ihm zu Hause sind, wühlen und wurzeln.

Bei einer lockeren Bodenstruktur können Pflanzen gut ihre Wurzeln ausbilden. Sie gelangen dann leicht an Wasser und Nährstoffe, können sich unterirdisch weiter verzweigen sowie tiefer in den Boden vordringen. In seinen Poren speichert der Boden viel Wasser und Nährstoffe. Gleichzeitig sorgen die Poren für eine bessere Versickerung bei Starkregen. Dadurch ist ein gesunder Boden nicht nur ein guter Ort für das Bodenleben sowie die Nahrungs- und Nutzpflanzenproduktion, sondern auch stabiler gegenüber Erosion.

Wie kann die Bodengesundheit gefördert werden?

Die regenerative Landwirtschaft hat zum Ziel, Schadstoffeinträge zu reduzieren, den Humusgehalt der Äcker und Gärten zu erhöhen und die Biodiversität von Standorten zu fördern. Das können die Landwirt*innen auf ganz verschiedene Arten erreichen: Indem sie möglichst vielfältig anbauen und den Boden durch Zwischenfrüchte und Untersaaten ganzjährig mit Pflanzen bedecken, wird beim sogenannten "immergrünen Acker" ununterbrochen sehr unterschiedliches organisches Material in den Boden eingetragen. Die organische Auflage dient dem Bodenleben als Nahrung, lässt es wachsen und vielfältiger werden. Gleichzeitig erzeugen die Landwirt*innen hierdurch eine gesunde Bodenstruktur und stabilisieren den Wasserhaushalt ihrer Felder. Indem der Boden zusätzlich mit Kompost oder Pflanzenkohle versorgt wird, kann dieser Prozess beschleunigt werden. Zudem kann eine starke Reduzierung oder ein Verzicht auf Pestizide zu einer Verbesserung der Bodengesundheit beitragen, da bedeutende Teile des Bodenlebens nicht mehr bekämpft werden.

Was tun gesunde Böden für uns?

Nachhaltig bewirtschaftet bleibt die Fruchtbarkeit der Böden auf lange Zeit erhalten und die auf ihnen produzierten Nahrungsmittel hochqualitativ und gesund. Der in ihrem Humus gespeicherte Kohlenstoff macht sie zu wichtigen CO2-Senken und der vielfältige Anbau fördert die Biodiversität des Ökosystems, in dem wir leben. Wenn der Boden zudem erosionsstabiler ist, wird er bei Unwettern seltener weggeschwemmt und bleibt den Landwirt*innen dauerhaft erhalten.

Wo finde ich den nächsten gesunden Boden in meiner Nähe?

Leider gelten 90 % der europäischen Böden als geschädigt, weil ihre ökologischen Funktionen gestört wurden. Auf der Webseite zum EU Renaturierungsgesetz findet sich ein Überblick, wie in Europa in den kommenden Jahrzehnten Böden geschützt werden sollen. (Die Webseite ist derzeit nur auf Englisch verfügbar.)